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Wie man 10.000 Dollar in einer Stunde verdient

10.000-Dollar-Ideen können dich jederzeit erwischen

© Picture-Factory

Viele Bücher über Zeitmanagement empfehlen die Denkweise, dass jede Stunde deiner Zeit einen gewissen Geldbetrag wert ist. Das ist eine Fortführung des “Zeit ist Geld” Konzepts. Zuerst findest du heraus, was dein Stundensatz ist und dann benutzt du ihn als Wegweiser, um herauszufinden, womit du deine Zeit verbringen solltest. Wenn du mehr Geld verdienen willst, dann musst du zuerst gedanklich deinen Stundensatz erhöhen, damit darausfolgend dich Aktivitäten widmest, die mehr wert sind. Wenn du zum Beispiel aktuell $50/Stunde verdienst und diesen Satz auf $75/Stunde erhöhen möchtest, dann musst du dich immer weniger mit Arbeit beschäftigen, die nur $50/Stunde wert ist und mehr mit Arbeit, die $75/Stunde einbringt. Brian Tracy befürwortet diese Denkweise in seinen Zeitmanagement-Programmen, genau wie viele andere Experten aus diesem Bereich. In der Vergangenheit habe ich dieses Modell auch angewendet.

Ich habe viel über dieses Paradigma nachgedacht und im Moment habe ich nur ein Problem damit.

Es ist dämlich!

Es ist vermutlich das dümmste Paradigma, dass man zur Einkommensgenerierung anwenden kann.

Auch wenn es auf den ersten Blick verführerisch erscheint, so wird es auf lange Sicht gesehen doch mehr schaden als nutzen. Werfen wir einen Blick unter die Haube…

Das Gute

Positiv vermerken kann man, dass es hilft dich zu fokussieren, wenn du dir sagst, dass jede Stunde deiner Zeit $50 wert ist. Es kann dir die Aktivitäten bewusst machen, die ganz eindeutig keine $50/Stunde wert sind, die du aber immer noch machst – insbesondere wenn du mal eine Weile notierst, wie und womit du deine Zeit verbringst. Wenn dir einmal bewusst geworden ist, dass du Zeit mit geringwertigen Aktivitäten verbringst, dann kannst du damit beginnen, diese zu reduzieren, zu eliminieren oder outzusourcen. Zum Beispiel könntest du auf Teilzeit einen persönlichen Assistenten einstellen, der die ganze $10/Stunde- und $20/Stunde-Aufgaben erledigen kann. Meine Frau führt online ein vegetarisches Magazin und sie hat ein Team von Leuten, die für sie arbeiten – inklusive einem Assistent, mehren Editoren und Authoren, die einen Großteil der Arbeit erledigen, die für einen geringeren Stundensatz als ihrem eigenen erledigt werden können. Das funktioniert prima.

Soweit sieht das nach gesundem Menschenverstand aus, wenn man seine Produktivität verbessern möchte. Wenn du $50/Stunde verdienen kannst, dann solltest du auch soviel Zeit wie möglich, mit Aufgaben die $50+/Stunde wert sind, verbringen, nicht wahr? Für Arbeit die weniger wert ist, kann man andere rekrutieren. Die Vorteile dieser Optimierung sind eventuell in großen Firmen nicht so sichtbar, da dort die persönliche Produktivität nicht sehr stark mit der Höhe des Gehaltsscheck verknüpft sind, aber es wird sehr deutlich, wenn man selbstständig ist.

Das Schlechte

Das große Problem ist, wenn du dir sagst, dass deine Zeit $50/Stunde wert ist, dann sagst du dir auch zeitgleich, dass sie keine $75/Stunde oder $200/Stunde oder $10.000/Stunde wert ist. Du programmierst dein Unterbewusstsein darauf, nur eine gewisse Bandbreite an Chancen wahrzunehmen. Weil du nicht nach $10.000/Stunde-Ideen Ausschau hälst, wirst du sie komplett übersehen. Wenn du selber sagst, dass du $50/Stunde verdienst, dann wirst auch nur in $50/Stunde-Möglichkeiten denken.

Mit einem Stundensatz zu arbeiten mag dabei helfen, dich nach unten abzusichern, aber es limitiert die Möglichkeiten nach oben doch stark. Und das ist ein wirklich schlechtes Tauschgeschäft – so schlecht, dass es mich das ganze Paradigma als äußerst dumm verwerfen lässt. Es ist einfach nicht möglich, dass der Vorteil, einige der $20-Stunden in $50-Stunden zu verwandeln, für die Tatsache kompensiert, dass man $10.000-Stunden übersieht. Das ist einfach nur töricht.

Eine $10.000-Stunde ist 200 $50-Stunden wert. Das ist mehr als ein ganzer Monat Vollzeitarbeit! Du brauchst nicht viele dieser riesigen Auszahlungen um einige der wenig produktiven $0-20-Stunden auszugleichen, aber wenn du auch nur eine dieser $10.000-Stunden verpasst, dann ist das doch ein ziemlicher Schlag für die finanzielle Produktivität.

Langfristig gesehen ist es nicht dein größtes finanzielles Risiko, ob du den Fehler gemacht und $20/Stunde-Arbeiten erlegen bist, wenn du doch $50/Stunde-Arbeit hättest erledigen können. Dein größtest Risiko ist das Verpassen dieser $10.000-Stunden. Und die meisten Menschen verpassen diese komplett. Es ist schon ironisch, dass die Menschen glauben, dass ein geringes Risiko ist, wenn man Angestellter ist und dass man als Unternehmer ein hohes Risiko eingehen würde. In Wahrheit ist es genau umgekehrt. Einer der Gründe, warum ich mich für den Weg des Unternehmers entschieden habe, ist einfach, dass es so verdammt riskant ist, ein Angestellter zu sein. Das ist kein Scherz. Als Unternehmer ist es leicht, eine ordentliche Anzahl dieser $10.000-Stunden zu erwischen, aber doch deutlich schwerer, wenn man ein Angestellter ist.

Wieviele $10.000-Stunden hattest du dieses Jahr?

Wie selten, kommt es über die gesamte Karriere eines mit $50/Stunde bezahlten Angestellten vor, dass er auch nur eine dieser $10.000-Stunden erwischt? Ziemlich selten würde ich sagen. Sicherlich nicht so oft, wie man es normal erwarten könnte. Aber das liegt nicht daran, dass diese Chancen nicht existieren – es liegt daran, dass deine einschränkenden Überzeugungen darüber, wieviel deine Zeit wert ist, dich davon abhalten, diese auch wahrzunehmen. Wenn man nur einfach daran glaubt, dass es möglich ist, wird der Manifestation bereits die Tür öffnen. Du brauchst von niemanden die Erlaubnis um glauben zu können, dass dir etwas einfällt, was du in weniger als einer Stunde umsetzen kannst und dir zusätzliche $10.000 einbringen wird. Solche Ideen existieren zuhauf, aber du wirst sie nicht bemerken, wenn du nicht vorher das richtige Mindset annimmst. Jetzt während du das liest, starrt dich so eine Chance praktisch direkt an und du kannst sie einfach nicht sehen. So wie meine Farbenblindheit mich davon abhält, jemals die Farbe Rot so wie andere Menschen sehen zu können – das liegt einfach außerhalb meiner Wahrnehmungsfähigkeiten.

Wenn du erst einmal die Handbremse gelockert hast und dich der Idee öffnest, dass eine einzelne Stunde deiner Zeit $10.000 oder mehr wert sein könnte, dann wirst du fast sofort beginnen, solche Chancen zu entdecken. Ich würde darauf tippen, dass dir die erste in weniger als 48 Stunden begegnet.

Das Hässliche

Was zum Teufel ist $50/Stunde-Arbeit überhaupt? Wer legt fest, wieviel eine Stunde deiner Zeit wert ist?

Wenn du selbstständig bist, dann legst du deinen Stundensatz fest. Und das ist auch okay, wenn deine Arbeit stündlich abgerechnet werden muss. Aber tapp nicht in die Falle zu glauben, dass deine gesamte Arbeitszeit den gleichen Stundensatz wert ist. Wenn du das machst, dann wirst du dich den lukrativeren Möglichkeiten verschließen.

Wenn du ein Angestellter in einer Firma bist, dann legt dein Gehalt deinen Stundensatz fest, abhängig davon, wieviele Stunden du typischerweise pro Woche arbeitest. Und in dieser hochriskanten Situation hast du gleich ein doppeltes Problem. Zuerst musst du, wie oben erwähnt, von der Denkweise eines fixen Stundensatzes befreien. Aber zweitens ist es in Firmen eher selten, dass man faire Anreize findet um solche Durchbrüche zu würdigen. Wenn du eine dieser $10.000-Stunden in deinem Job hast, dann wirst du vermutlich nicht fair dafür belohnt werden. Du bekommst nur deine üblichen $50 für die Stunde, während die Firma die anderen $9950 einbehält, die du generiert hast. Unternehmer und Selbstständige dürfen immerhin die kompletten $10.000 einstreichen.

Wer profitiert von diesem Stundensatz-Mindset? Es bevorteilt diejenigen, die alle Werte, die über den Stundensatz hinausgehen, einstreichen dürfen. Aber ich denke, weil dieses Paradigma unter dem Ungleichgewicht zwischen Wertschöpfung und Belohnung leidet, behindert es auch den Willen solche $10.000-Ideen überhaupt entstehen zu lassen. Wenn du von dem Mehrwert nichts abbekommst, warum solltest du ihn dann überhaupt generieren wollen?

Die Lösung ist die Herangehensweise eines Unternehmers, auch wenn du Angestellter bist. Wenn du innerhalb einer Stunde eine Idee entwickeln und umsetzen kannst, die deiner Firma $25.000 pro Jahr einbringt, dann hast du es meiner Meinung nach auch verdammt nochmal verdient, für diese Stunde $10.000 zu bekommen.

Aber viel zu oft machen sich Angestellte nicht die Mühe, solche Absprachen mit ihren Arbeitgebern zu verhandeln. Sie geben sich willentlich der Tyrannei eines Stundensatzes hin. Da ich aber selber schon Arbeitgeber war, kann ich dir sagen, dass wenn ein Angestellter zu mir kommen und von einer risikoarmen Idee erzählen würde, die $25.000 extra in meine Taschen spülen und unabhängig innerhalb von einer Stunde umgesetzt werden könnte, er aber $10.000 haben möchte, wenn (und nur wenn) die Idee sich bewährt, dann würde ich sofort mein Scheckbuch zücken. Genau genommen würde ich ihn fragen, ob er noch einen Zwilling hat, den ich auch einstellen kann. Aber wenn du solche Deals nicht vorher verhandelst, dann wird jeder Arbeitgeber einfach den gesamten Wert, der über deinen Stundensatz hinausgeht, für sich einstreichen.

Wenn ich jemals ein Angestellter sein sollte (was ich mir absolut nicht vorstellen kann), dann würde ich ständig nach solchen $10.000-Ideen Ausschau halten. Ich würde jemanden befreunden, der über die Entscheidungsgewalt für solche Boni, wie oben beschrieben, verfügt – selbst wenn ich mich dafür erstmal etwas hocharbeiten müsste. Dann würde ich nach einfachen Möglichkeiten Ausschau halten, die den Ertrag der Firma steigern oder ihre Kosten senken können und handfeste und meßbare Ergebnisse erzielen. Und ich würde darüber verhandeln, ob ich eine fixe Summe dafür bekomme oder prozentual an dem Mehrwert – von was auch immer – beteiligt werden kann.

Wenn ich feststellen würde, dass mein Chef nicht über die nötige Authorität oder den Willen dazu verfügt, dann würde ich die Dienstweg solange weitergehen, bis ich jemanden gefunden habe, der es kann oder will. Es geht im Endeffekt nur darum, jemanden zu finden, der direkt von einem Mehrwert profitieren würde. Das könnte ein Vizepräsident mit Aktien sein, der Geschäftsführer oder sogar ein Investor. Menschen, die einen direkten finanziellen Anteil an dem Unternehmen haben, wollen keine profit-steigendere oder kosten-senkende Idee grundlos vorbeiziehen lassen, aber unterhalb dieser Ebene kann man auf Verschlossenheit stoßen. Aber glücklicherweise haben die Leute, die sich den Profit teilen, üblicherweise auch die Authorität um diejenigen zu überstimmen, die nicht beteiligt sind. Also lass dich von deinem direkten Vorgesetzten nicht aufhalten. Wenn du es dir zur Gewohnheit machst, solche $10.000-Ideen umzusetzen, dann bist du sowieso bald der Chef.

Wenn ich feststellen würde, dass dieses Maß an Flexibilität in meiner Organisation oder Firma nicht möglich ist, dann würde ich kündigen und in einem weniger drakonischen Umfeld arbeiten. Es gibt inzwischen genug progressive Firmen, so dass es nicht notwendig ist, für eine der rückständigen arbeiten zu müssen.

Alle Stunden sind nicht gleich

Mein Einkommen basiert nicht darauf, wieviel Zeit ich mit Arbeit verbringe. Es ist eine Funktion des Wertes, den ich generiere. Ich kann einen ganzen Monat arbeiten und weniger monetären Wert generieren als in einer Stunde mit einer tollen Idee. Jede Stunde ist einzigartig.

Ich habe vor vielen Jahren damit aufgehört, mit Stundensätzen zu arbeiten. Praktisch gesehen könnte eine Stunde meiner Zeit $0 oder $10.000 und mehr wert sein, abhängig davon, was genau ich mit dieser Stunde anfange. Die meiste Zeit beschäftige ich mich mit Dingen, die überhaupt kein Einkommen generieren, aber dennoch betrachte ich es als produktive Arbeit. E-Mails zu beantworten, scheint nicht gut bezahlt zu werden und ich bekomme auch keinen Stundensatz für das Schreiben von Artikeln. Aber manchmal habe ich eine Idee, die ich in nur 30-60 Minuten umsetzen kann, die mir dann über das nächste Jahr $10.000 extra einbringt – und das oft auch über die nächsten Jahre hinaus. Insofern ist das Konzept eines Stundensatzes, auch eines durchschnittlichen, bedeutungslos für mich.

Bei meiner üblichen Arbeitsweise, treten diese $10.000-Stunden immer häufiger auf. Normalerweise habe ich einige pro Jahr, zusammen mit einigen $1000-Stunden, $5000-Stunden, usw. Für gewöhnlich kommt das Geld nicht sofort, aber es schlägt immer noch locker das Konzept eines Stundensatzes. Es wäre nichtmal richtig, wenn man sagen würde, dass es diese anderen Stunden sind, die eine $10.000-Stunde möglich machen. Manchmal sind die $10.000 nur eine zufällige Idee aus dem Nichts oder etwas, was ich in einem Buch gelesen oder von jemand anderen gehört habe.

Fast immer ist die $10.000-Stunde das Resultat einer tollen Idee. Und tolle Ideen können jederzeit auftreten. Wenn ich eine potentielle geeignete Idee habe, dann lasse ich für gewöhnlich alles fallen und setze sie sofort um. Wenn sie scheitert (und das passiert meistens), dann habe ich eine Stunde verloren, aber dafür etwas gelernt. Meist ist es kein totaler Verlust. Ich finde so auch eine Menge von $10-, $50- und $250-Ideen. Aber ich kann mir Dutzende dieser relativen Flops leisten, wenn die Chance besteht nur noch eine $10.000-Idee zu erwischen. Und ich muss sagen, wenn es funktioniert, dann ist das sehr nett. :)

Es geht nicht per se darum, dass $10.000 eine Menge Geld sind. Die Idee ist nicht, hier und da $10.000 zu verdienen. Es geht darum, $10.000 für nur eine Stunde Arbeit zu bekommen. Das ist es, was das Unternehmerleben so spaßig macht. Du weißt nie, wann dir so eine $10.000-Idee kommt. Stell dir vor, wie es wäre, jeden Tag zu arbeiten, mit der sehr realen Möglichkeit, dass du heute $10.000 extra verdienen könntest – einfach so, aus dem Nichts heraus. Wenn dein üblicher Stundensatz $10.000 wären, dann würdest du $20 Millionen pro Jahr verdienen und dann wäre so eine $10.000/Stunde keine große Sache. Aber wenn dein Verdienst eher bei $50/Stunde liegt, dann ist eine dieser $10.000-Stunden ein richtiger Durchbruch. Und die Wahrheit ist, dass diese $10.000-Stunden weitaus verfügbarer sind, als du jetzt glauben magst.

Egal ob du ein Angestellter, Selbstständiger oder andersweitig unternehmerisch tätig bist: Deckel nicht dein Einkommen, weil du immer an einen fixen Stundensatz denkst. Wenn du dich erst einmal von diesem einschränkenden Paradigma gelöst hast, dann wirst dich Möglichkeiten öffnen, solche $10.000-Stunden willkommen zu heißen. Es ist wirklich nur die Frage, ob du es dir selbst erlaubst, so etwas erleben zu dürfen.

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