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Es muss nicht alles perfekt sein

Das Pareto-Prinzip erklärt uns, warum Perfektionismus oft nicht nur ein beschwerlicher Weg ist, sondern uns sogar unnötige Ressourcen kostet. Meist erreichen wir mit 20 Prozent Aufwand 80 Prozent eines gewünschten Ergebnisses – die restlichen 20 Prozent auf dem Weg zur Vollkommenheit kosten uns dann hingegen 80 Prozent Energie. Allein deshalb ist es häufig strategisch unklug, immer die 100 Prozent vollmachen zu wollen. In einem Artikel über die Perfektionismusfalle geht Jochen Mai von der Wirtschaftswoche unserem Perfektionismuswahn auf den Grund. Er ist – natürlich – nicht zuletzt auch ein typisch deutsches Phänomen. Wo Amerikaner sich über 80 Prozent freuen, fragt sich der Deutsche bei 98 Prozent, warum es mit den fehlenden zwei Prozent nicht geklappt hat. Diese Kompromisslosigkeit führt im Tagesgeschäft dann leicht zu Verbissenheit, Kontrollwut und Rechthaberei, denn auf der Suche nach dem, was noch fehlt, verfallen wir in einen Tunnelblick. Wer ständig auf dem, was noch nicht perfekt ist, rumreitet, düpiert Kollegen und Mitarbeiter, macht sich selbst unbeliebt und andere unzufrieden und lähmt letztlich das Unternehmen. 80 Prozent als Ziel in Erwägung zu ziehen, bedeutet nicht, sich mit Halbheiten zufrieden zu geben, denn die gebotenen 80 Prozent müssen am Markt natürlich als echter Mehrwert wahrgenommen werden. Wer hingegen auf Biegen und Brechen an den 20 Prozent feilt, wird nur allzu leicht von der Konkurrenz, die sich schneller traut, abgehängt. Unter dem Strich könnte ein bisschen mehr Entspanntheit also ganz gut tun – vielleicht auch deshalb, weil jenseits der Verbissenheit meist die besseren Ideen keimen und so die 100 Prozent vielleicht fast von allein greifbar werden.

Raus aus der Perfektionismusfalle, WiWo 16.9.11

[Quelle/Source (Link): Es muss nicht alles perfekt sein]

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