[ki:]®Echo

You Are Viewing

A Blog Post

Arbeitslosigkeit schafft Frust

Das Klischee, dass viele Arbeitslose eigentlich Drückeberger seien, hält sich – nicht zuletzt seit durch die Hartz-IV-Reformen das Fordern und Sanktionieren verschärft wurde. Eine Studie der Universität Lausanne und des Swiss Centre of Expertise in Social Sciences indes zeigt, dass Arbeitslose extrem unter ihrer Situation leiden. Der Verlust des Jobs setze Menschen mehr zu als die Trennung von einem Partner, so eine Erkenntnis der Untersuchung, die auf Daten aus dem Sozioökonomischen Panel und dem Swiss Household Panel basiert. Über die Dauer der Arbeitslosigkeit hinweg trete hier auch kein Gewöhnungseffekt an das eigene Schicksal ein. Und Menschen, die in Regionen mit vergleichsweise hoher Arbeitslosigkeit leben, also ihre persönliche Situation als eine erleben, die sie mit vielen anderen in ihrer Umgebung teilen, leiden nicht weniger als Menschen, die in Regionen mit hoher Beschäftigung ihre Stelle verlieren. “Es ist ein Trugschluss, dass eine kluge Arbeitsmarktpolitik die Leute noch härter anfassen und sanktionieren muss. Sie sind ganz offensichtlich schon äußerst frustriert durch den Zustand der Arbeitslosigkeit an sich”, so Studienautor Oliver Lipps.

“Die Zeit heilt keine Wunden”, FAZ 20.9.12

[Quelle/Source (Link): think.work.different — Das Weblog für authentisches und integrales Business]