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Nina Faulhaber, Associate bei Index Ventures in London, über ihre Leidenschaft für Startups und Technologie und wie Frauen auf dem Vormarsch in der Tech Welt sind

Nina Faulhaber

Foto: Nina Faulhaber

Nina Faulhaber, lebt und arbeitet in London im early stage Tech team bei Index Ventures und verbringt auch gerne mal ihre Freizeit, auf der Suche nach den aufstrebenden Fashion Startups, da Tech und Startups ihre Welt sind. Mit Project OONA spricht sie darüber wie Frauen die Tech Welt mit Stil und Einzigartigkeit erobern.

Nina, du lebst und arbeitest in London als Associate bei Index Ventures und lebst täglich deine Leidenschaft für Technologie. Was hat deine Begeisterung dafür geweckt?

Im Internetzeitalter aufzuwachsen. Hotmail, ICQ, FriendsOnline, Ebay, Amazon – you name it – all die damals neuen Wege mit Leuten weltweit zu kommunizieren und zu konsumieren haben mich fasziniert. Über ICQ Tage sind wir mittlerweile hinaus und wie sich das Internet und Technologie inklusive Mobile & Co. seitdem entwickelt haben ist unglaublich. Und erst recht spannend ist das Potential, das noch vor uns liegt.

Was beinhaltet dein Job bei Index Ventures?

Ich schaue bei Index primär nach neuen early stage VC Investitionen (Series A-B sowie etwas Seed) im Technology/Internet Bereich mit geographischen Fokus auf UK, Deutschland und Skandinavien. Wir investieren von Seed bis Growth Stage in vielversprechende Startups hauptsächlich in Europa und den USA.

Und wie bist du in London gelandet?

Nach London kam ich nach der Uni für Goldman Sachs, wo ich bis Anfang diesen Jahres im Investment Banking / M&A gearbeitet habe.

Du arbeitest in einem von Männern dominierten Bereich. Ist es schwer sich als Frau zu behaupten?

Überhaupt nicht. In einem Meeting mit sonst nur Männern, wird das, was die einzige Frau sagt, meist besser in Erinnerung behalten. Weiterhin stellen in Bereichen wie E-Commerce, Social Networks, Casual Online Gaming etc. Frauen die größere Konsumentengruppe dar, wohingegen auf der Entrepreneur- und noch stärker auf der Investorenseite fast nur Männer sitzen. Da ist die weibliche Perspektive in der Regel sehr gefragt. Außerdem gibt es eine Anzahl an erfolgreiche Frauen in der Tech Welt, wie Meg Whitman, Sheryl Sandberg, Natalie Massenet & Co.; ich bin davon überzeugt, dass diese Liste in Zukunft eher länger als kürzer wird.

Das ist ein schöner Ausblick in die Zukunft. Welchen Herausforderungen stellst du dich gerade?

Ich stecke gerade in einer tollen Herausforderung: Ich mache gerade mein erstes Startup Investment, bei dem ich von Tag eins bis Closing dabei bin. Es ist unglaublich spannend ein frühes Business und seine Gründer gut kennen und vertrauen zu lernen und ich freue mich schon darauf bei der nächsten Wachstumsphase nah dabei zu sein. Mir gefällt die Langzeitperspektive beim Investieren in early stage Unternehmen.

Wenn du die „work ethic“ in den UK und in Deutschland vergleichst, gibt es da große Unterschiede?

Ich würde sagen es wird ähnlich hart gearbeitet, in ‘getting stuff done’ Manier. Weiterhin ist in London ähnlich wie in Berlin insbesondere in der Startup Szene ein großer Fokus auf regen Austausch: Events, Drinks, Hackathons & Co., was super gesund für die allgemeine Stimmung und ein funktionierendes Startup Ecosystem ist. Der Mix aus vielen unterschiedlichen Nationalitäten, auf der Startup sowie der Investoren Seite, macht London außerdem zu einem ziemlich diversen und interessanten Pflaster auch in Bezug auf work ethic. Aber zumindest auf der Startup Seite ist das ja in Deutschland mittlerweile nicht anders – ich bin begeistert wie viele nicht-deutsche Berlin anzieht.

Deine Begeisterung für Technologie und für deinen Job trägst du bestimmt auch mit in dein Privatleben, oder gibt es da eine strikte Trennung bei dir?

Da Startups zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehören, trenne ich das gar nicht so und es besteht ein recht großer Overlap zwischen meinen privaten und berufsbedingten Interessen. Meine Recherche über die neusten Fashion Startups mache ich auch gerne mal am Sonntag Nachmittag. Ich bin der Meinung, dass man karrieretechnisch am allerbesten darin sein wird, was man sowieso auch in seiner Freizeit gerne macht.

Die Harmonie, die du zwischen Job und Life beschreibst, klingt so, als wärst du auf dem besten Weg dich selbst zu verwirklichen. Was gehört da noch für dich dazu?

Meine Arbeit ist schon ein großer Teil davon, was meiner Meinung nach wichtig ist, weil man so viele Stunden seines Lebens damit verbringt. Ansonsten spielen für meine Selbstverwirklichung meine Familie, mein Freund und meine Freunde eine extrem große Rolle. Weiterhin gehört Sport dazu, gesund, erfüllt und bewusst zu leben und neue Länder und Menschen zu entdecken.

Was war bis dato die schönste Location, die du gesehen hast?

Ich habe mich beim Südost-Asien bereisen in El Nido in den Philippinen sowie in Bali verliebt. Zanzibar in Tansania ist auch wunderschön. Setz mich auf eine Insel und ich bin glücklich.

Was ist für dich persönlich der schönste Ort in London?

Der Pool auf dem Shoreditch House (Pools sind eine Seltenheit hier), die Vintage Kleidung und Schmuck Shops auf dem Portobello Road Market und Chelsea, wo ich wohne, mit seinen vielen Restaurants, Boutiquen und Hangout Spots.

Wie sehr inspiriert London deinen Style?

Sehr. Frauen tragen hier was sie tragen wollen und man sieht von Chelsea bis Shoreditch eine Varietät an unterschiedlichen Stilen. Als Frau einen Anzug bei der Arbeit zu tragen ist hier ein „no go“. Fashion role models, wie Sienna Miller, Kate Moss sowie tausende andere Frauen haben alle einen großen Beitrag dazu geleistet, dass Londons Stil ein Stückchen cooler, freier und individueller ist.

Weiblichkeit und Individualität haben also im Business Dresscode die Oberhand.

Ja, sogar im Banking ist der klassischen Hosenanzug ein kaum gesehenes Phänomen und Frauen sind achten auf Individualität und Stil. Und in der Tech und Startup Welt ist das erst Recht der Fall. Die New York Times hat vor ein paar Tagen einen interessanten Artikel herausgebracht, wie gerade Frauen in Tech überdurchschnittlich modebewusst und individualistisch gekleidet sind, was daran liegt, dass a) es so wenige gibt, dass es keinen Consensus Dress Code gibt und b) wir den Männer Consensus Dresscode der Branche (Jeans, Hoodies, Cord Jacketts & Co.) auf gar keinen Fall übernehmen wollen. Fashion ist ein super Mittel um seine Persönlichkeit und seine Stimmung nach außen zu tragen und nach Lust und Laune Statements zu setzen.

Und die wichtigsten Asseccoires dazu wären?

Handtaschen natürlich …und Schuhe :) .

Wie müsste für dich die perfekte Handtasche aussehen?

Tagsüber: Grosse Tote bag in weichem hell-beigem Leder mit Platz für Notebook, iPad & meine 15 anderen Items, die ich mit mir rumtrage. Abends: Schwarz-goldene weiche Lederclutch mit Ring Griff und wunderschönen seidigem Innenfutter.

[Quelle/Source (Link): the oona Blog]