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Wann kommt die Kickstarter-Revolution endlich nach Deutschland?

Meine Leser wissen, dass Kickstarter schon seit einiger Zeit mein Lieblings-StartUp und Lieblingsplattform weltweit ist und das liegt nicht nur daran, dass ich ein Crowdfunding-Fan bin und schon seit über sechs Jahren über dieses Phänomen intensiv berichte. Crowdfundingplattform sorgen endlich für die Demokratisierung der Finanzierung. Immer mehr StartUps und Künstler sind nicht mehr davon abhängig, einen finanzstarken Investor oder Mäzen zu finden, um ihr Projekt zu starten. Vielmehr besteht heute die Chance darin, eine Vielzahl von Menschen für sein Projekt zu begeistern, die jeweils einen kleinen finanziellen Beitrag leisten, damit das betreffende Projekt auch wirklich umgesetzt werden kann.

Jan Tißler behauptet im netzwertig-Blog in der Überschrift ganz frech, dass die Crowdfunding-Hype an ihre Grenzen stoßt. Natürlich wollte Jan damit wohl nur provozieren und wohl auch bewusst missverstanden werden, damit möglichst viele seinen Artikel lesen und mit ihm kontrovers diskutieren. Wenn man seinen Artikel ganz durchliest, dann warnt er nur davor, dass nicht alle in Zukunft die Chance haben, via Crowdfunding Geld zu bekommen. Damit will er bewusst die Erwartungshaltung etwas senken, denn derzeit kennt die Begeisterung für das Crowdfunding (fast) keine Grenzen und viele glauben, damit ein Allerheilmittel für alle Probleme im Business gefunden zu haben. Das stimmt natürlich nicht.

Ansonsten ist natürlich das Gegenteil der Fall. Die Crowdfunding-Hype hat noch lange nicht ihr Zenit erreicht, sondern ist erst am Anfang. In den USA kann zwar kickstarter schon imposante Zahle veröffentlichen (siehe Graphik unten), aber ansonsten auf der Welt steckt Crowdfunding noch in den Kinderschuhen. Hier in Deutschland z.B. gibt es derzeit eine Crowdinvesting-Hype, wenn man die Berichterstattung und die Zahl der Plattformen zugrundelegt, die vor kurzem oder in nächster Zeit an den Start gehen. Aber von einer klassischen Crowdfunding-Hype kann noch wirklich nicht die Rede sein, wenn man schaut, wie wenige “klassiche Crowdfunding-Aktionen” in Deutschland bisher via Startnext und Co. umgesetzt wurden.

Weiterlesen bitte unterhalb der Graphik………

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Unter klassischen CrowdfundingAktionen verstehe ich Projekte, wie sie auf Kickstarter und Co. ausgeschrieben werden. Hier werden keine Investoren gesucht, die am Unternehmen und zukünftigen Gewinnen beteiligt werden, sondern die ganz konkret ein bestimmtes Projekt finanziell unterstützen wollen und dafür als Gegenleistung i.d.R. das Produkt oder Leistung erhalten, die via Crowdfundingaktion vorfinanziert werden sollen. Damit handelt es sich i.d.R. um eine Anzahlung für eine Leistung, die später erfolgen soll, wenn das Projekt erfolgreich durchfinanziert wurde, damit anschliessend Entwicklung und Produktion erfolgen können.

Insofern sind Plattformen wie Kickstarter ideal für Markttests geeignet (und nicht für Marktforschungen, wie Jan fälschlicherweise in seinem Artikel erwähnt). Es bringt mir als Gründer nicht viel, wenn ich hundert potentielle Kunden befrage, ob sie mein Produkt, wenn es fertiggestellt ist, auch kaufen würden. Die Antworten sind nichts oder nicht viel Wert. Wenn mir allerdings mein potentieller Kunde das Geld für das Produkt vorab und zu 100 % auf den Tisch legt, dann weiss ich, dass er es ernst meint und ich habe einen Markttest durchgeführt. Aber nicht nur als StartUp bin ich auf Crowdfundingplattformen häufig gut aufgehoben. Auch Künstler haben die Chance, hier Projekte durchzufinanzieren. Damit ist die gesellschaftliche Relevanz enorm hoch.

Der Vorteil ist, dass die Kunden oder Supporter schon im Vorfeld, bevor das Produkt oder Kunstwerk fertiggestellt wird, viel Werbung für dieses Produkt machen können, weil sie davon i.d.R. begeistert ist. Warum würde sie ansonsten eine Vollanzahlung leisten oder das Projekt sogar ohne Gegenleistung finanziell unterstützen? Und schliesslich wissen wir: Vorfreude ist die schönste Freude. Insofern sind Crowdfundingplattformen immer auch Fanvertising-Plattformen. Natürlich muss ich als Projektinitiator meine Fans immer mit neuen Infos füttern, damit die Hype nicht zu schnell abflacht. Und ich brauche eine kritische Masse an Fans, damit die Hype beginnt. Und somit ist es i.d.R. nicht damit getan, ein Projekt nur auf einer Crowdfundingplattform vorzustellen. In Deutschland schon gar nicht. Trotzdem ist die Crowdfunding-Revolution auch hier nicht mehr aufzuhalten.

[Quelle/Source (Link): www.best-practice-business.de/blog]