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Warum Ryanair-Chef O´Leary bewusst viel Unsinn redet

Man mag gar nicht glauben, dass der Ryanair-Chef O´Leary früher einmal Wirtschaftsprüfer war. Warum? Weil er ein Marketinggenie ist und das Fach “Marketing” im Rahmen einer Wirtschaftsprüferausbildung eher stiefmütterlich behandelt wird. Was ist nun die Masche von O´Leary? Seit vielen Jahren hat O´Leary erkannt, dass es sehr geschäftsfördernd ist, wenn er bewusst unsinnige Ideen präsentiert. Denn dann wird über seine Gesellschaft gesprochen und das bringt wieder neue zahlende Gäste. Wenn man O´Leary glaubt, dann ist PR-Arbeit nach obiger Erfolgsmethode sehr einfach und eindimensional.

Beispiele gefällig? So hat O´Leary öffentlich gefordert, dass seine Stewardessen abnehmen sollten, damit die Fluggesellschaft bei ihren Flügen Kerosin sparen könne. Ein anderes Mal kündigte er an, dass Toiletten in seinen Flugzeugen in Zukunft nur noch gegen Gebühr benutzt werden könnten. Oder er machte die Mitteilung, dass es bald Stehplätze in seinen Flugzeugen geben würde. Oder er dachte laut darüber nach, dass man auch ohne Piloten fliegen könnte. Und einmal nährte er das Gerücht, dass er seinen Mitarbeitern verbieten würde, im Büro ihr Handy aufzuladen.

Häufig kommt er auch gar nicht selber auf solche skurrile, pr-taugliche Kampagnen, wie er in einem Interview für die Welt verrät: “Auf einer Pressekonferenz hatte ich angekündigt, dass wir unsere Flugzeuge mit WLAN-Internet ausstatten wollen. Ich wurde von einem Journalisten gefragt, was die Leute denn dann so machen im Internet und hab spontan geantwortet: “Videospiele, Zeitung lesen, Pornos.” Daraufhin ist natürlich die Boulevardpresse ausgerastet. “Pornos an Bord? Und was ist mit den Kindern?” Einige Stunden später gingen unsere Buchungszahlen durch die Decke und normalisierten sich erst nach drei Tagen wieder.”

Im Welt-Interview wurde er auch gefragt, ob er Angst hätte, dass ihm irgendwann keiner mehr glaubt. Er antwortete: “Es ist eigentlich egal, ob mir jemand glaubt. Hauptsache, die Leute verbreiten den Schwachsinn im Internet und produzieren kostenlose PR für mich…jede Schwachsinnsgeschichte, die über Ryanair verbreitet wird, erhöht unsere Buchungszahlen”. Man kann deshalb fast vermuten, dass O´Leary nicht zittern würde, wenn ein Shitstorm über ihn hereinbrechen würde. Vielmehr stelle ich mir vor, dass er bei Aufkommen eines Shitstorms minütlich überprüfen würde, ob seine Buchungszahlen steigen. So kann man auch mit diesem Phänomen umgehen :-)

[Quelle/Source (Link): www.best-practice-business.de/blog]