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Bundestag kritisiert Rückstand des digitalen Lernens an deutschen Schulen

Im Entwurf des ersten Zwischenberichts der Arbeitsgruppe „Bildung und Forschung“ der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages wird der Rückstand der deutschen Schulen im Bereich der digitalen Medien ohne Beschönigungen benannt. Im Vergleich der OECD-Staaten hinke Deutschland bei der Ausstattung seiner Schulen sowie hinsichtlich der zeitlichen oder räumlichen Nutzung von Computern im Unterricht trotz “erheblicher Erfolge in den zurückliegenden Jahren noch immer deutlich hinterher“.  Hinzu komme eine Diskrepanz zwischen der Möglichkeit zur sowie der tatsächlichen Nutzung von neuen Medien im Unterricht. Soll heißen, selbst wenn Computer und Internet vorhanden sind, würden sie kaum genutzt. Tatsächlich ist der Anteil von Lehrpersonal mit tendenziell ablehnender Haltung gegenüber dem IT-Einsatz im Klassenzimmer in Deutschland dreimal so groß wie im europäischen Durchschnitt. Dies hatte das Büro für Technikfolgeabschätzung für den Deutschen Bundestag im Jahr 2007 festgestellt. Der Zwischenbericht der Arbeitsgruppe stellt nun fest, dass je nach Studie zwischen 50 Prozent und 66 Prozent der Schüler in Deutschland angeben, nie mit digitalen Medien in der Schule zu arbeiten: „Nur etwa jeder dritte Schüler im Alter von sechs bis 13 Jahren hat den Einsatz eines Computers im Unterricht erlebt, obwohl nach den letzten Zahlen rechnerisch mindestens ein Gerät pro neun Schülern in dieser Schulart zur Verfügung stehen müsste“, stellen die Bundestagsabgeordneten zerknirscht fest. Der Wert dürfte allerdings veraltet sein, mittlerweile gibt es Bundesländer, in denen sich nur noch fünf Schüler einen Computer teilen müssen. Die Arbeitsgruppe warnt davor, die Risiken der Internetnutzung aus dem Auge zu verlieren. So müssten „jugendgefährdende Inhalte, kommerzielle Interessen von Internetanbietern und mögliche Kontakte zu Fremden“ beachtet werden. Tatsächlich gibt es nur wenige Handlungsempfehlungen wie Schulen mit den genannten Themen umgehen sollen. So gilt zwar in fast allen Bundesländern ein Werbeverbot, wie dies jedoch in Bezug auf das Internet genau umgesetzt werden soll, bleibt den Schulen überlassen. Auch bei dem Schutz der Schüler vor jugendgefährdenden Inhalten im Internet fehlt es in den meisten Bundesländern an professionellen Entscheidungshilfen, welcher Internetfilter dem Stand der Technik entspricht und welcher nicht. Um das digitale Lernen zu mehren fordert die Arbeitsgruppe nun eine stärkere Integration der Medienkompetenzvermittlung in die Lehrpläne der Schulen, nur so „ließe sich einer digitalen Spaltung entgegenwirken“.

[Quelle/Source (Link): Online-Magazin DIGITAL LERNEN]