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Retro-Charme trifft moderne Technik: “Wir sehen unsere Fahrräder als Designprodukt”

Ein indisches Fahrrad britischer Herkunft als Kultobjekt auf deutschen Straßen, das klingt nicht nur spannend, sondern birgt auch den Stoff für ein sympathisches junges Unternehmen aus München.

Indienrad Geschäftsführer Nikolaus Hartl im Gespräch mit MeinStartup.com:

Herr Hartl, was steckt hinter dem Indienrad „original since 1956“, gegründet oder neu eröffnet in 2011?

Das heute noch in Indien millionenfach gefahrene indische Fahrrad ist eigentlich englischen Ursprungs. In der Kolonialzeit wurde es von den Briten zum Selbstzweck importiert, anschliessend auch in Indien auf ebenfalls englischen Maschienen produziert.

Unsere indische Manufaktur produziert durchgehend seit 1956 das Original ohne Veränderungen daran vorgenommen zu haben. Damit ist Sie eine der ältesten Firmen, die diesen Klassiker heute noch produzieren. Seit 2010 importieren wir europaweit exklusiv den Roadster für Herren und Damen.

Lange Zeit galt der „Drahtesel“ als wenig attraktives Produkt, das hat sich seit einigen Jahren stark geändert. Echte Fans geben gerne auch einmal etwas mehr aus für ihr Lieblingsrad. Wie sehr spüren Sie diesen Trend, und profitieren hiervon?

Wir sehen unsere Fahrräder, das heisst sowohl den indischen Roadster als auch den Racer, als Designprodukte. Ein Gegenstand mit dem man sich oft umgibt, sei es ein Esstisch oder eben das Fahrrad muss nicht nur funktionalen sondern auch gestalterischen Bedürfnisse gerecht werden.

Liebe für’s Detail

Oft wird dieser Aspekt bei den hochgezüchteten, technisch perfekten Fahrrädern vernachlässigt. Gerade in den letzten Jahren kommt aber bei Fahrradliebhabern wieder ein gewisses Bedürfniss nach schönen Rädern auf. Und da der Markt nicht gerade voll davon ist, orientiert man sich an Designrädern aus der Vergangenheit.

Und nichts anderes machen wir auch. Wir bringen die Schönheiten vergangener Tage, kombiniert mit moderner Technik wieder auf die Strasse. Ich glaube auch nicht, dass es sich hierbei um einen Trend handelt, es wird nur von zeit zu Zeit vergessen.

Wie, wo und durch wen werden die Räder gefertigt?

Unsere Roadsters werden original in Indien gefertigt, unserer Racer aufgrund des hohen Qualitätsanspruchs dort, wo 90% aller Topräder herkommen. In Taiwan.

Gerade der „Racer“ ist eine kleine Augenweide, und dennoch nicht teuer. Wie schaffen Sie es, Qualität und gute Preise unter einen Hut zu bekommen?

Diesen Satz hören wir oft: “Euer Racer ist so billig, da kann doch was nicht stimmen”. Das Geheimniss des niedrigen Preises ist. “Keiner verdient mit, denn wir machen alles selber”:

  • Designer und Ingenieur: Indienrad
  • Agentur für den Import und Qualitätsmanagement: Indienrad
  • Lagerhaltung und Versandvorbereitung: Indienrad
  • Hotline und Kundenbetreuung: Indienrad
  • Radlfreaks und Trendscouts und Weltenbummler: Indienrad
  • Vertrieb und Handel: Indienrad

Muss man selbst „Velo-verrückt“ sein, um ein Unternehmen wie die Indienrad UG zu gründen?

Ja, zumindest einer der Inhaber sollte das sein. Aber allein das reicht nicht. Ich bin Industrial Designer, und mein Partner ist Marketingexperte.

Aber ohne die Lust auf Fahrräder wäre Indienrad nie entstanden. Ich zumindest bezeichne mich selbst als Radl Freak.

Sind weitere Modelle in der Pipeline, auf was dürfen sich Ihre Kunden und Fans freuen?

Nikolaus Hartl

Ja, wir planen für Ende des Jahres einen gezähmten Racer.

Das bedeutet im Einzelnen eine aufrechtere Sitzposition, einen komfortableren Sattel, sowie drei Gänge.

Aber natürlich ohne unserem Preis- und Designanspruch untreu zu werden, und natürlich wieder streng nach historischem Vorbild. Weitere Informationen unter der Internetadresse www.indienrad.de.

[Quelle/Source (Link): MeinStartup.com]