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Buchtipp: “So coache ich” von Sabine Asgodom

Kann es gelingen, Coaching-Methoden gleichzeitig für professionelle Coaches zu vermitteln wie für „Jedermann-Coaches“, die ihre Freunde, Verwandte und Kollegen unterstützen wollen?  Diese Frage stellt sich beim neuen Buch von Sabine Asgodom „So coache ich“.

Um es vorwegzunehmen:  Die Autorin hat diesen Drahtseilakt bravourös gemeistert.

Coaching für (fast) alle

Sabine Asgodom geht auf ein Thema ein, das auch mir sehr am Herzen liegt: Dass nämlich Coaching als Haltung gegenüber anderen Menschen und als Kommunikationsform nicht nur den klassischen Coaches vorbehalten ist, sondern dass auch andere davon profitieren können.

In ihrem Buch wendet sie sich überwiegend an Menschen, die in ihrem privaten Umfeld andere – oder sich selbst – nicht nur trösten oder bemitleiden, sondern konstruktiv unterstützen wollen. Doch auch im professionellen Bereich sehe ich Bedarf. Rechtsanwälte, Steuerberater, Friseure, Gastronomen und viele andere – sie alle hören viel Persönliches von anderen Menschen und es fehlt ihnen oft das Handwerkszeug, darauf hilfreich zu reagieren.

Entwertet sie dadurch die Arbeit von professionellen Coaches? Kann sich künftig jeder zum Hobbycoach berufen fühlen?

Hobby-Coaches und professionelle Coaches

Sie selbst entkräftet dieses Risiko durch einen Verweis auf den Fußball, wo es in verschiedenen Leistungsklassen unterschiedliche Arten von Coaches gibt, angefangen von Amateurtrainerinnen für die kleinsten Nachwuchsfußballer bis hin zu Coaches auf Bundesliga-Niveau oder sogar in der Champions League.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist, dass ihr gesamtes Buch sich auf Lösungsorientiertes Kurzcoaching bezieht. Diese Methoden lassen sich ziemlich schnell vermitteln. Doch es gibt auch andere Formen des Coachings, zum Beispiel Begleitung in langfristigen Transformationsprozessen, wo es mehr braucht als einen kurzen Impuls, wenngleich auch dieser dort seinen Stellenwert hat.

Das Buch

Sabine Asgodom stellt in ihrem Buch 25 konkrete Methoden des Lösungsorientierten Kurzcoachings vor, das sie LOKC abkürzt. Im ersten Teil des Buches geht sie unter anderem auf acht Prinzipien des Coachings sowie auf allgemeine Fragen zum Lösungsorientierten Kurzcoaching ein. Besonders gefallen hat mir die Fehler-Sonne  (S. 131) und insgesamt ihr spielerischer Umgang mit den Methoden (witzige Namen, Nutzung als Spiel etc.).

Was mir besonders  gefallen hat:

1. Sie erwähnt, dass Klienten nicht nur wegen eines Problems kommen, sondern auch, weil sie Orientierung brauchen oder eine Bestätigung für das, was sie ohnehin schon wissen. Diese Erfahrung habe ich auch schon häufig gemacht und das Feedback von Klienten erhalten, dass gerade diese Bestätigung sehr wichtig war.

2. Sie spricht sehr deutlich an, dass es nicht reicht, ein guter Coach zu sein, sondern dass dazu nötig ist, sichtbar zu sein. In diesem Blog sind schon einige Beiträge zum Marketing für Coaches erschienen, die genau in diese Kerbe hauen,

3. Ein anderes Statement, mit dem ich voll übereinstimme, betrifft die Rolle von Coaches. „Ich halte es übrigens – und damit unterscheide ich mich von der Meinung mancher Coaching-Ausbilder – für einen Kunstfehler, wenn ein Mensch hilfreiche Ideen und Anregungen zwar im Kopf hat, sie seinen Klienten aber nicht als Anregung zur Verfügung stellt, weil sie ja selber draufkommen müssen“ (S.  37).

Mein Credo ist:  Alle meine Erfahrungen stehen auch meinen Klienten zur Verfügung. Diese sind ja gerade ein Grund, weshalb sie mich aufsuchen und nicht jemanden, der frisch von der Uni kommt. Das Wichtige ist für mich, dass der Klient die Ergebnisse erreicht, die er erreichen möchte. Ob das Coaching ist, Beratung, Mentoring, „done-for-you“-Service oder im Zweifel in Mix von allem, ist letztlich zweitrangig.

Fazit: Ein lesenswertes Buch für alle Coaches wie auch diejenigen, die sich für Coaching interessieren, geschrieben mit der leichten Feder einer professionellen Journalistin und einer Zugewandtheit zum Menschen.

Alle 10 bis 14 Tage neu: Mein Business Transformation Letter.

[Quelle/Source (Link): Das Business Transformation Blog von Monika Birkner]