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Ja – Aber nur mit einem UND

Ja, aber… – Wer eine gute Idee, einen neuen Plan hat, blockiert sich oft selbst mit seiner inneren Ja-aber-Haltung. Bedenken wälzen, Entscheidungen herauszögern, über die Zustände jammern – so erstickt das neue Projekt, die kreative Idee, der Lebenstraum im Sumpf der Gegenargumente und des Zauderns. Jeder Veränderungswunsch wird im Keim erstickt. Ja-aber ist eine weit verbreitete geschlossene Lebenseinstellung, ein Denken in Beschränkungen, Ängsten und Schwarzmalerei. Das Ergebnis: Erstarrung und Stillstand.

Berthold Gunster zeigt in seinem gleichnamigen Buch, wie man solchen Blockaden entkommen kann: Statt ja, aber… durch die Haltung des Ja, und…. Es ist die Position “der Chancen, Überraschungen und Möglichkeiten”, sagt der Autor.

Die Karrierebibel veröffentlicht exklusiv Auszüge aus dem empfehlenswerten Buch Ja-aber… was, wenn alles klappt?

Machen Sie Ihr Problem zur Möglichkeit

Zuallererst müssen wir lernen, uns von der Illusion zu verabschieden, unser Leben und die Welt um uns herum seien planbar. Unser Leben ist (leider) nicht planbar und die Welt in ihrer Gesamtheit erst recht nicht. Und dennoch hegen wir tief in unserem Inneren eine andere Lebenseinstellung. Wenn wir erst einmal alle Probleme und Ursachen, weswegen Fehler überhaupt entstanden sind, beseitigt haben, dann wird alles gut. Wenn wir erst einmal die Gründe der Armut beseitigt haben, dann ist die Armut vorbei. Wenn wir erst einmal wissen, wie Hungersnöte entstehen, dann können wir sie in Zukunft vermeiden. Diese Einstellung führt jedoch zu einem katastrophalen Umgang mit der Wirklichkeit, denn wir werden beim Versuch, unser Leben zu kontrollieren, zwanghaft nach Ursachen suchen, die es gar nicht gibt.

Wollen wir etwas verändern, gehen wir meist nach der traditionellen Art vor: Problem, Diagnose, Ursache und Lösung. Wir sehen uns in erster Linie an, was kaputt ist, und versuchen dann, es zu reparieren. Aber diese Denkweise ist erfolglos, wenn es um die Beseitigung von Armut, Hungersnöten oder selbst unsere Beziehungsprobleme geht. Sie funktioniert prima, wenn es um Maschinen, Uhren oder Fahrräder geht: Reifen platt – wo ist das Loch? Flicken drauf! Aber komplexe Systeme, wie die Gesellschaft, eine Beziehung oder der Bio-Rhythmus eines Meerschweinchens, scheinen sich an einen derart festgeschriebenen Lösungsplan nicht zu halten.

Um den Wechsel von einer Ja-aber- zu einer Ja-und-Verhaltensweise zu schaffen, ist es wichtig, die Illusion von Kontrolle und Planbarkeit loszulassen. Sogar auf der Mikroebene von Familie, Beziehung und der eigenen Persönlichkeit ist die Realität dafür zu komplex. Wie schon Voltaire sagte: »Zweifel ist unbequem, aber Sicherheit ist ein geradezu lächerlicher Umstand.«

Die Essenz des Lebens ist nicht statisch und planbar, die Essenz des Lebens ist Bewegung und Veränderung. Das Leben ist vergleichbar mit einem Fluss, der sich durchs Land schlängelt. Anstatt das Leben kontrollieren zu wollen, sollten wir es besser (mit)kreieren. Wir sind Teil eines Schaffungsprozesses und nicht der allwissende Steuermann.

Sag erst mal Ja zu dir!

Die Person, zu der wir am häufigsten Ja-aber sagen, ist nicht unser Partner, der Nachbar, der Kollege oder unsere Eltern. Es sind wir selbst! Unsere größte Herausforderung im Leben ist es, uns selbst zu akzeptieren, in jeder Hinsicht. Natürlich würden wir das gerne, es ist unser wichtigstes Streben und wir sind damit auch die ganze Zeit beschäftigt: »Wenn ich mein Studium fertig habe, dann …«, »Wenn ich meine Doktorarbeit beendet habe, dann …«, »Wenn ich fünf Kilo abgenommen habe, dann …«.

Aber wenn wir unser Studium fertig haben und fünf Kilo leichter sind, dann gibt es wieder ein anderes Vorhaben. Wenn-dann ist die Umkehrung von Ja-aber und je größer die Anstrengung, desto größer die Enttäuschung, wenn auch am Ende des nächsten Regenbogens kein Topf mit Goldtalern steht.

Anscheinend liegt die Herausforderung darin, zu akzeptieren, wo wir stehen; zu akzeptieren, dass wir uns wünschen, da zu sein, wo wir noch nicht sind, und die Spannung anzunehmen, die dadurch
entsteht. Es geht nicht darum, den daraus folgenden Stress zu reduzieren, sondern die Kunst zu beherrschen, den Stress zu einer schaffenden Energie umzuwandeln. Lebenskunst oder -glück könnte man demnach definieren als die Akzeptanz dieser gleichzeitigen, sich auf den ersten Blick widersprechenden Haltungen.

    Wie also funktioniert das?

Nun, um es gleich vorwegzunehmen: Unser Wahrnehmungsvermögen ist alles andere als gut. Fangen wir einmal mit den biologischen Einschränkungen an. Schätzungsweise nehmen wir durch unsere Sinnesorgane – Augen, Ohren, Nase, Mund und Haut – 400 Milliarden Bits pro Sekunde wahr. Was davon in unser Bewusstsein dringt, sind aber nur 2000 Bits pro Sekunde. Oder anders gesagt: Zu jedem Bit, das in unser Bewusstsein dringt, empfangen wir 200.000 Bits Informationen.

Man könnte auch sagen: Wenn unser Bewusstsein eine Maßeinheit von einem Meter wäre, dann wäre unser Unterbewusstsein so lang wie die Strecke von Frankfurt am Main nach Köln. Dass wir viel mehr wissen, als uns bewusst ist, wurde schon in zahlreichen Studien bewiesen.

Bereits 1898 machte der ukrainische Psychologe Boris Sidis ein Experiment, bei dem er Testpersonen eine Karte mit nur einer Zahl oder einem einzigen Buchstaben zeigte. Die Testpersonen standen jedoch in so großer Entfernung zur Karte, dass sie sich beschwerten, aus diesem Abstand sei es unmöglich, die Karten zu sehen. Sidis forderte sie auf, doch einfach zu raten. Und was stellte sich heraus? Die Testpersonen rieten viel öfter richtig, als man erwartet hätte.

Ein vergleichbares Experiment wurde 1884 vom Mathematiker und Philosophen Charles Sanders Peirce gemacht. Er ließ die Testpersonen in jede Hand je ein Gewicht nehmen, die sich nur um einige Gramm unterschieden. Er fragte die Personen, welches Gewicht das schwerere sei. Auch hier beklagten sich die Teilnehmer des Experiments über die absurde Aufgabenstellung, da kein Unterschied zu spüren war, und Peirce forderte sie ebenfalls auf, zu raten. Zwischen 60 und 70 Prozent der Testpersonen schätzten daraufhin das schwerere Gewicht richtig.

Anscheinend wissen wir mehr, als wir denken, und können auf diese Kenntnis auch zurückgreifen. Oft jedoch nur über den Umweg des Ratens.

So zeigten die beiden amerikanischen Psychologen W. R. Kunst-Wilson und R. B. Zajonc in einem Versuch ihren Testpersonen eine Reihe unbekannter Schriftzeichen. Danach sollten die Testpersonen aus einer neuen Reihe von Zeichen diejenigen herausfinden, die sie zuvor gesehen hatten. Doch die Testpersonen hatten keine Ahnung. Die Zeichen waren viel zu kompliziert und unsortiert gewesen, um sie behalten zu können. Wiederum wählten die Forscher einen Umweg und fragten: »Welches Zeichen hat Ihnen gefallen?«

Und was war das Ergebnis? Die Testpersonen konnten sich plötzlich an Zeichen erinnern. Anscheinend gehören schön finden und vertraut sein zusammen. Unser Unterbewusstsein weiß also mehr, als wir glauben, und dieses Wissen können wir über Umwege aktivieren.

Wenn wir also die Wirklichkeit gut wahrnehmen wollen, besteht die Aufgabe darin, das Wissen aus unserem Unterbewusstsein buchstäblich herauszuangeln. Und bei dieser »Angelei« geht das eine oder andere schief. Allerlei psychologische Faktoren sorgen dafür, dass wir der Wirklichkeit Gewalt antun. Wir lassen Dinge weg, wir verdrängen Informationen, konstruieren Geschichten, die das glatte Gegenteil der Realität sind, schwächen ab oder bauschen auf, füllen Lücken mühelos mit unseren eigenen Kreationen oder ziehen ganz einfach fahrlässige und übereilte Schlüsse.

Eine der häufigsten Verfälschungen der Wahrnehmung ist die Anpassung an unsere Meinung. Dieser Prozess läuft vollkommen von selbst ab. Wir brauchen dafür gar nichts zu tun. Wenn man sich eine gelbe Sonnenbrille aufsetzt, erlebt man die Welt ein paar Minuten lang gelb, aber danach erscheint uns das Bild von selbst wieder normal. Warum? Das Gehirn übersetzt das Bild in Farben, die uns bekannt sind. Erst wenn man die Sonnenbrille abnimmt, merkt man wieder den Unterschied.

Forscher setzten Testpersonen einmal eine sogenannte Umkehrbrille auf, mit der man seine Umgebung auf den Kopf gestellt sah. Das hatte natürlich eine desorientierende Wirkung. Kaffee zu trinken, wenn man alles verkehrt herum sieht, ist nicht einfach. Nach ein paar Tagen jedoch dreht unser Gehirn das Bild um, sodass wir trotz der Brille die Umgebung wieder scheinbar normal wahrnehmen.

Das ist faszinierend. Demnach sammelt unser Unterbewusstsein ganz automatisch Informationen über die Wirklichkeit und fasst diese in Bilder, Gedanken und Überzeugungen, die die Wirklichkeit recht akkurat zusammenfassen. In unserem Innern formen wir ein Abbild der Wirklichkeit, das in groben Zügen mit unserer Außenwelt übereinstimmt. Das alles ist sehr nützlich und ein äußerst präziser und komplexer Prozess.

Probleme tauchen auf, wenn unser Verstand klar definierte Vorstellungen von der Welt hat, die nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. In diesem Fall wird die widersprüchliche Information mit aller Leichtigkeit negiert oder verdreht. Und auch dieser Prozess verläuft vollkommen unbewusst. Wir sehen in solchen Momenten nicht, was wir sehen, sondern wir nehmen vor allem das wahr, was wir glauben zu wissen.

In den Achtzigerjahren steckte die amerikanische Autoindustrie in einer schweren Krise. Der Markt wurde mit preisgünstigeren Autos aus Japan überschwemmt, die außerdem qualitativ besser waren als die amerikanischen Modelle. Um herauszufinden, was die Japaner besser machten, wurden regelmäßig Studienreisen nach Japan unternommen. Ein amerikanischer Manager, der eine japanische Fabrik besichtigt hatte, war nicht gerade beeindruckt. »Sie haben uns keine echte Fabrik gezeigt«, berichtete er. Auf die Frage, woher er das so sicher wisse, erzählte er, dass die Hallen leer gewesen wären und er kaum Bestände gesehen habe. »Die haben nur wegen unseres Besuches so getan, es war alles inszeniert.«

Der Manager war von seiner Beurteilung der Situation fest überzeugt. Er wusste nicht, dass das Prinzip der »Just-in-time«-Prodktion eines der Merkmale des japanischen Wirtschaftssystems war. Danach ist die Anlieferungsmenge der Waren so genau wie möglich mit der Verarbeitungsmenge abzustimmen, sodass die Lager so klein wie möglich gehalten werden können. Zwar hatte der Manager die leere Halle richtig wahrgenommen, aber er hatte den Umstand, warum sie so leer war, falsch interpretiert.

Sich eine Meinung zu bilden, ist ein ungenauer Vorgang. Dennoch sind viele von uns mit der Überzeugung aufgewachsen, dass man eine Meinung, ein Urteils- oder Interpretationsvermögen braucht, um gut durchs Leben zu kommen. So erzählte mir Karin, mit der ich einige Jahre zusammengearbeitet habe:

Ich gehöre einer Generation an, die die Welt fortwährend in zwei Kategorien einteilte: in gut oder schlecht. Wenn etwas nicht in diese beiden Kategorien passte, diskutierten wir so lange, bis es das eine oder das andere war: Zu allem hatten wir eine Meinung: Weißbrot? – Schlecht! Vollkornbrot? – Gut! Arbeitgeber? – Schlecht! Arbeitnehmer? – Gut! Fremde Kulturen? – Gut! Eigene Kultur? – Schlecht! Vor ungefähr zehn Jahren merkte ich, dass ich mich damit nicht mehr wohlfühlte. Indem ich alles in Kategorien einteilte, befand ich mich in einem fortwährenden Kriegszustand mit meiner Außenwelt – und mit mir selbst. Ich glaubte, ich müsste zu allem und jedem eine Meinung haben. Doch dann stellte ich fest, dass sich die Welt auch dann noch drehte, wenn ich mir zugestand, keine Meinung zu haben. Eine Meinung zu haben, war offenbar gar nicht so wichtig. Inzwischen schätze ich es, die Dinge einfach nur wahrzunehmen. Meinungen sind meistens nur im Weg. Man sieht nichts mehr – man urteilt bloß noch.

Egal was Sie denken, seien Sie offen für das Gegenteil

1973 führten zwei Psychologen in Princeton, John Darley und C. Daniel Batson, eine bemerkenswerte Studie über die Beziehung zwischen Religion und Mitmenschlichkeit durch. Zu Beginn eines Experiments wurden einige Priesterschüler gebeten, einen Gottesdienst über den barmherzigen Samariter vorzubereiten. Für diejenigen, die nicht bibelfest sind: Diese Bibelgeschichte handelt von einem Mann, der bestohlen und misshandelt und von niemandem beachtet wird, bis der barmherzige Samariter ihm hilft. Die Parabel appelliert an unsere Mitmenschlichkeit.

Die Priesterschüler wurden ermutigt, über diese Geschichte einen mitreißenden Gottesdienst abzuhalten. Was die Schüler nicht wussten: Man hatte einen Schauspieler engagiert, der im Gang zwischen dem Vorbereitungsraum und dem Raum, in dem der Gottesdienst abgehalten wurde, auf dem Boden saß und einen hilfsbedürftigen Obdachlosen mimte.

Mit dem Schauspieler war vereinbart worden, dass er immer dann, wenn ein Priesterschüler vorbeikam, einen tiefen, schmerzvollen Laut von sich geben und mindestens zwei Mal husten sollte. Die Ergebnisse waren verblüffend. Mehr als die Hälfte der Schüler bemerkten den Obdachlosen überhaupt nicht. Einige gingen sogar im wahrsten Sinne des Wortes über ihn hinweg.

Richard Wiseman hat ausführlich zu den Unterschieden zwischen Menschen, die sich für Pechvögel oder Glückspilze halten, geforscht. Er forderte Menschen auf, sich dem Satz »Ich habe immer Glück« oder »Ich habe immer Pech« zuzuordnen. Zuerst aber untersuchte er (zur Sicherheit), ob es überhaupt so etwas gibt – Menschen, die statistisch gesehen mehr Glück oder Pech haben als andere. Das schien, wie zu erwarten, nicht der Fall zu sein.

Danach untersuchte er, wie sich die Mitglieder der beiden Gruppen verhielten. Die Unterschiede waren beachtlich. Pechvögel schienen sich strukturell so wie Marieke und Harry zu verhalten. Sie hatten hohe Erwartungen gehabt, das Leben war nicht so verlaufen, wie sie gehofft hatten, und sie neigten dazu, vor allem zurück in die Vergangenheit zu blicken, auf ihr Scheitern und ihre Tragödien. Sie konnten ihr Glück buchstäblich nicht sehen, selbst wenn es vor ihrer Nase lag.

In einem bekannten Experiment bittet Wiseman die Testpersonen, eine Zeitung durchzulesen und die abgebildeten Fotos zu zählen. Auf Seite zwei der Zeitung ließ er jedoch in einer fetten Überschrift drucken: »Sie können aufhören zu zählen – in dieser Zeitung sind 43 Fotos abgebildet«. In die Mitte der Zeitung ließ er eine zweite Nachricht drucken: »Hören Sie auf zu zählen. Sagen Sie dem Testleiter, dass Sie dies gelesen haben, dann gewinnen Sie 100 englische Pfund.« Eine Testperson nach der anderen überlas die beiden Überschriften.

Dieses »Geladensein mit Erwartungen« scheint ein typisches Merkmal für Menschen zu sein, die sich selbst als Pechvögel sehen. Wiseman schließt daraus: »Glückspilze besitzen die Begabung, Gelegenheiten zu erkennen, die sich ganz von allein ergeben. (…) Der Witz an der Sache ist: Je unverkrampfter sie nach etwas Ausschau halten, desto mehr sehen sie.«

Ein Traum ist prima, eine Illusion nicht

Die Basis einer Ja-und-Verhaltensweise ist, Ja zur Wirklichkeit zu sagen. Die Wirklichkeit zu akzeptieren, so wie sie ist. Die Dinge zu akzeptieren, wie sie sind, ist eine der größten und schwierigsten Herausforderungen des Lebens. Und mit akzeptieren meine ich wahr-nehmen. Die Realität des Moments als Tatsache akzeptieren.

Ich kannte einen jungen Mann, der sich als Sänger bezeichnete. Aber er sang furchtbar schief und krächzte wie eine Krähe. Weil er von sich selbst überzeugt war, dazu sympathisch und sehr unterhaltend, schaffte er es immer wieder, zur Kirmes, bei sämtlichen Straßenfesten und den Hochzeiten seines großen Bekanntenkreises zu singen (natürlich nur ein, maximal zwei Lieder – es war wirklich schauerlich). Zugaben brauchte er nie zu geben, und das Programm der Veranstalter war immer so voll, dass »wirklich nicht mehr Platz für seine Kunst« war.

Aber niemand traute sich, ihm offen zu sagen, dass er nicht singen konnte. Bis er eines Tages ein offizielles Vorsingen hatte. Man sagte ihm unumwunden, dass sein Gesang nichts tauge. Seinem Gefühl nach wurde er erniedrigt, dem Boden gleichgemacht, aber dieses Gefühl war die Folge seiner Illusion, nicht der Tatsachen. Eines der wichtigsten Dinge, die wir im Leben entwickeln sollten, ist Realitätssinn.

Wie können wir dann die Wirklichkeit auf bessere Weise wahrnehmen?

  • Nun, einige Antworten haben wir bereits genannt. Je mehr wir erwarten, desto weniger nehmen wir wahr. Dann gilt umgekehrt: Wenn wir unsere Erwartungen nicht mehr ins Zentrum stellen, dann nehmen wir besser wahr, können wir Möglichkeiten sehen, die wir zuerst nicht gesehen haben.
  • Untersuchungen haben ergeben, dass wir ebenfalls schlechter wahrnehmen, wenn wir emotional beteiligt sind. Je emotionaler wir sind, desto schlechter nehmen wir wahr (fassen Sie nie einen Entschluss, wenn Sie wütend sind!). Eine entspannte Lebenshaltung ist eine gute Basis für eine exakte Wahrnehmung.
  • Außerdem können wir uns vornehmen, weniger schnell eine Meinung zu fällen, offen zu sein für das Gegenteil und einzusehen, dass wir die Wirklichkeit nicht immer begreifen müssen. Wir neigen dazu, fehlende Informationen hinzuzufügen. Doch wenn man nur Punkte sieht, ist es nicht ratsam, diese sogleich zu einer Linie zu verbinden.
  • Eine gute Methode, um ein genaues Bild der Wirklichkeit zu bekommen, ist es, um Feedback zu bitten. »Was habe ich übersehen? Denken andere auch so? Schaffe ich ein Problem oder ist da wirklich eines? Was denkt, fühlt, sieht ein anderer?« Vielleicht finden Sie es in manchen Fällen auch angenehm, gar keine Meinung zu haben.

Der niederländische Kabarettist Toon Hermans sagt dazu:

Ich finde Nicht-Wissen immer noch wichtiger als Sehr-wohl-Wissen. Wenn man etwas nicht weiß, gibt das viel mehr Raum. Wenn man etwas weiß, ist das das Ende des Satzes, das Ende des Verstehens. Aber es gibt nichts zu verstehen. Man kann nichts verstehen. Das Leben ist ein Wunder, ein Spiel, aber verstehen tue ich es nicht. Und ich gebe mich dem Nicht-Verstehen hin.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Über den Autor

Berthold Gunster, Jahrgang 1959, sammelte zunächst Erfahrungen als Theaterregisseur und Bühnenautor, bevor er seine Ja-aber-Philosophie entwickelte, die er heute auch als Trainings und Seminare für Unternehmen anbietet.

| Quelle: http://feedproxy.google.com/~r/karrierebibelblog/~3/1wB6lYAvAes/

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