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doxter.de: Arzttermine bequem Online buchen

5 Fragen an Julian Hoffmann, Co-Founder und Mitgründer von doxter.de – “Arzttermine online buchen” aus Berlin:

Herr Hoffmann, “einfach und schnell einen passenden Arzt oder Zahnarzt in Berlin finden”, eine sehr schöne Idee. Wie und durch wen entstand doxter.de?

Als ich mich vor etwas über einem Jahr bei einem Sportunfall verletzte und einen Orthopäden zur Nachsorge suchte, war ich verblüfft wie viel Zeit und Nerven ich für eine eigentlich so simpel erscheinende Angelegenheit aufbringen musste. Über einen ganzen Tag hinweg hatte ich telefonisch mehrere Orthopädiepraxen kontaktiert, oft war die Leitung besetzt, noch öfter meldete sich der Anrufbeantworter.

Endlich erhielt ich einen Termin, der allerdings fast zwei Wochen in der Zukunft lag. Als ich die Praxis dann zum ersten Mal besuchte, herrschte großer Patientenandrang und eine enorme Hektik an der Anmeldung, alle waren total gestresst. Beim nächsten Termin dann plötzlich gähnende Leere. Das geht besser dachte ich mir und so entstand gemeinsam mit Kai Rubarth und Dr. Ron Lehnert die Idee eines Online-Terminbuchungsportals für Ärzte und Zahnärzte.

Beide hatten bereits Erfahrung im Health 2.0 Bereich und das Vorhaben fand auch im Telemedizincentrum der Charité großen Anklang, so dass unser Projekt einen Gründungsauftrag erhielt und doxter entstand.

Wie sind die ersten Reaktionen der Suchenden auf Ihr Portal?

Das Prinzip Onlinebuchung ist vielen Nutzerinnen und Nutzern beispielsweise bereits aus der Tourismusbranche bekannt; wer hat nicht schon mal ein Hotelzimmer oder ein Sitzplatz im Flugzeug online gebucht? Sogar Banküberweisungen werden heute ganz selbstverständlich über das Internet abgewickelt, was vor zehn Jahren kaum einer für möglich gehalten hätte.

Insofern erleben wir eine hohe Akzeptanz unseres Terminbuchungsportals für Ärzte und Zahnärzte seitens der Patienten und der Bedarf ist groß. Monatlich suchen beispielsweise 90.000 Menschen bei Google nach Zahnarzt Berlin. Aus Feedbackgesprächen mit teilnehmenden Ärzten wissen wir, dass viele Patienten ganz begeistert über unseren Service sind, denn auf doxter.de haben sie nicht nur schnell einen passenden Arzt, sondern auch gleich einen für sie passenden Termin gefunden.

Der Buchungsprozess nimmt dabei nur wenige Sekunden in Anspruch und auch die Wartezeiten vor Ort in der Praxis können durch eine verbesserte Steuerung der Patientenströme deutlich verkürzt werden. Nach dem Arztbesuch erhalten unsere Nutzerinnen und Nutzer die Möglichkeit Arzt und Praxis auf unserem Portal zu bewerten, auch hier wird unser Terminbuchungsdienst immer wieder gelobt!

Nun starten einige gesetzliche Krankenkasse gerade eine ähnliche Initiative zur Bewertung von Fachärzten. Sehen Sie doxter hierbei eher als Ergänzung, oder handelt es sich um ein unterschiedliches Geschäftsmodell?

Die weiße Liste einiger großer gesetzlicher Krankenversicherungen ist eine wertvolle Einrichtung zur Erhöhung von Transparenz, Patientennähe und Qualität im Gesundheitswesen, die wir begrüßen. Auch wenn bei uns lediglich 3 und nicht über 30 Fragen zu Wartezeit und Umgang des Arztes mit dem Patienten gestellt werden, fördern wir eben jene Grundsätze einer verbesserten Patientenbehandlung und geben unseren Nutzerinnen und Nutzern zusätzlich zu den Selbstaussagen der Ärzte eine weitere Informationsquelle und Entscheidungshilfe für einen Besuch der Praxis an die Hand.

Im Vergleich zu reinen Ärztesuch- und Bewertungsportalen kann der Patient bei doxter seine Wahl für einen bestimmten Arzt auch gleich in eine entsprechende Handlung münden lassen, nämlich die Terminbuchung. Damit bietet doxter eine integrierte und vor allem nutzerfreundliche Lösung im Gesundheitswesen an, die uns von anderen Portalen deutlich unterscheidet.

Schon über 350 Berliner Ärzte und Zahnärzte können auf Ihrem Portal online gebucht werden. Gab es einzelne Vorbehalte hinsichtlich der deutlichen Transparenz von doxter, von der möglicherweise nicht alle Praxen profitieren?

Der Arzt der bei uns freie Terminzeiten einstellt, gibt ein öffentliches Signal an die Patienten: “Hey schaut mal, bei mir ist noch was frei!”. Damit werden Patienten automatisch in die Arztpraxen gelenkt, die noch freie Kapazitäten zur Behandlung von Neupatienten haben. Davon profitieren am Ende auch Praxen, die beispielsweise durch eine zentrale Lage überlastet sind und keine kurzfristigen Termine anbieten können oder wollen.

Die Gründer von doxter

Der Patient entscheidet dann, ob er für einen frühen Termin und kürzere Wartezeiten ggf. einen längeren Anfahrtsweg hinnimmt, ohne vorher vier verschiedene Praxen anrufen zu müssen. Damit leistet doxter einerseits einen wichtigen Beitrag zur Entlastung von Patient und Praxispersonal und andererseits zur Verbesserung des urbanen Versorgungswesens.

Denn: lange Wartezeiten auf einen Termin oder in der Arztpraxis fördern nicht gerade die rasche Gesundung und resultieren unserer Meinung nach nicht aus einem Ärztemangel oder Patientenüberschuss, sondern aus einer Schlechtverteilung vorhandener Behandlungsressourcen in einer Stadt.

Doxter ist ein Gründungsprojekt der Charité. Wird es weitere ähnliche Konzepte geben, und können sich StartUps in spe mit einer guten Idee im Bereich Gesundheit sogar bei Ihnen melden, zwecks einer Kooperation?

Gesundheitsangebote im Netz wird es künftig immer mehr geben, da sind wir sicher. Die Welt geht nunmal online und vor allem die jetzige Generation junger Ärzte und Gesundheitsdienstleister, die mit Computern und dem Internet aufgewachsen ist, zeigt sich nach unserer Erfahrung offen und interessiert gegenüber neuen technischen Entwicklungen und webbasierten Lösungen.

An einer Vernetzung mit anderen StartUps sind wir immer interessiert und wenn es mögliche gemeinsame Berührungspunkte und Schnittmengen gibt, kann man natürlich immer gern mit uns über mögliche Kooperationsmodelle reden!

[Quelle/Source (Link): MeinStartup.com]