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Kulturwandel in Organisationen

© Gerald Hüther, Sebastian Purps

Wenn man einen Begriff wie “Kulturwandel” in den Mund nimmt, so macht man ein recht großes Fass auf. Denn man kann recht lange und differenziert darüber debattieren streiten, was denn damit genau gemeint ist. Dies möchte ich heute bewusst nicht tun.

Ich möchte einfach nur mal lapidar in den Raum stellen: Wir brauchen in vielen den meisten Bereichen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens den besagten Kulturwandel. Meine Überzeugung ist es, dass dies nur gelingen kann, wenn mutige und visionäre Menschen voran gehen UND wenn das “Alte” ausreichend gewürdigt und in etwas “Neues” überführt wird1.

Sehr zu begrüßen ist es, dass renommierte Personen des öffentlichen Lebens wie Prof. Dr. Gerald Hüther sich diesem Thema annehmen. Gemeinsam mit Sebastian Purps hat er die Initiative kulturwandel.org gestartet. Hier schreiben die beiden u.a.:

Um einen Gesinnungswandel zu ermöglichen, bedarf es eines Wandels der bisher in Unternehmen und Organisationen entstandene Denk,- Organisations- und Beziehungskulturen. Menschen müssen die Gelegenheit haben, neue Erfahrungen zu machen, die positiver und bereichernder sind als die fest im Hirn verankerten, althergebrachten Handlungsmuster.

Dieser Prozess muss bewusst und professionell angegangen werden. Hierfür müssen aber die Menschen mit Führungsverantwortung in den verschiedenen sozialen Systemen (Politik, Unternehmen, öffentliche Körperschaften, NGO’s etc. pp.) ein Bewusstsein für die Anforderungen unserer Zeit entwickeln. Denn mit den Lösungsansätzen des 19. und 20. Jahrhunderts werden die Probleme des 21. Jahrhunderts nicht zu bewältigen sein. Beispielhaft möchte ich den notwendigen Paradigmenwechsel aus meiner Sicht (und ganz spontan) skizzieren:

Altes Paradigma Neues Paradigma
Fokus auf das Geld Fokus auf die Menschen
Fokus auf Management Fokus auf Führung
mechanisch-differenziertes Denken systemisch-integratives Denken
Mangel- und Defizitdenken Potenzial- und Ressourcendenken (Denken in Fülle)
Wettbewerb (competition) Wettbewerb und Kooperation (coopetition)
Führen durch Macht und Druck Führen mit Sinn und Werten
Fokus auf Hierarchie Fokus auf Heterarchie (netzwerkartige Organisationsformen)
lineares, maximal vernetztes Denken Denken in Systemebenen
(Im Zweifelsfall) misstrauen (Im Zweifelsfall) vertrauen
Information = Macht bewusster, offener Umgang mit Information

 

Fazit: Wir stehen in vielen Bereichen vor tiefgreifenden Transformationsprozessen (oder wir sind teilweise schon mitten drin). Umso mehr sollten wir endlich damit beginnen, den notwendigen Wandel bewusst und kompetent zu gestalten und dem neuen Denken Platz und Raum für Entwicklung geben.

Anmerkungen:

1 Siehe hierzu auch die “Spiral Dynamics” Theorie von Don Beck und Chris Cowan. 

[Quelle/Source (Link): PROJEKTMANAGEMENT BLOG]