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Wie ticken die Menschen?

In einem Interview mit der Zeit erklärt Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, dass die ökonomische Forschung ihren Horizont erweitern müsse. Wichtige Forschungsfelder sind in seinen Augen “stärker verhaltens- und institutionen-ökonomische Betrachtungen und Fragen der neuen politischen Ökonomie – “wie ticken Menschen, welche Interessen verfolgen sie, welcher Instrumente bedienen sie sich?” Laut Straubhaar hat im Hinblick auf die weltweiten Krisenherde nicht unbedingt die Ökonomie versagt, sondern es wurden über Jahre falsche wirtschaftspolitische Folgerungen gezogen. Auch kritisiert der Ökonom, dass der Publikationswahn in der Wissenschaft längst nicht mehr den Erkenntnisgewinn in den Vordergrund stelle, sondern allein das Liefern von publikationsfähigen Ergebnissen. Langfristige Metabetrachtungen würden hingegen kaum noch angestellt, weil sich mit ihnen keine wissenschaftliche Karriere begründen lasse. Straubhaars Plädoyer: “Wir müssen, gerade im deutschsprachigen Raum, wieder den Mut haben, auch aus der eigenen Kultur stammende, eigenem Werteverständnis entsprechende Analysen und Themen zuzulassen, und eben nicht diesem allgemeinen angelsächsischen Herdentrieb zu folgen. Damit meine ich all das, was im klassischen Sinne ja in Deutschland als Staatswissenschaften bezeichnet wurde.”

“Keine Chance gegen den Mainstream”, Zeit online 15.2.12

[Quelle/Source (Link): think.work.different — Das Weblog für authentisches und integrales Business]