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Die Kraft des Unbewussten bei der Bewerber-Bewertung

Bei der Bewertung von Bewerbern schleichen sich bisweilen unbewusste Mechanismen ein, die erst in der statistischen Analyse zutage treten. So untersuchte eine US-amerikanische Studie die Bewertung von rund 9.300 Personen, die sich innerhalb von zehn Jahren für einen Ausbildungsgang zum MBA beworben hatten. Die 31 Hochschulangestellten, die die Bewerber bewerteten, führten pro Tag rund fünf Gespräche und vergaben auf einer Skala von eins bis fünf eine Durchschnittsnote von 2,8. Bei den Einzelbewertungen konnten die Forscher dabei folgendes Muster beobachten: Wurde ein Kandidat im Schnitt um 0,75 Punkte besser bewertet als der Bewerber vor ihm, erhielt der darauf folgende Kandidat eine um 0,075 Punkte schlechtere Bewertung. Die Wissenschaftler erklären das statistische Muster damit, dass die Prüfer davon ausgehen, dass sie auch mit schlechten Bewerbern rechnen müssen – erscheinen zu viele gute hintereinander, vergeben die Prüfer dann unbewusst irgendwann schlechtere Bewertungen. Der absolute Punktunterschied, den die Studie zutage förderte, mag gering erscheinen, doch bedeutet er für die schlechter bewerteten Bewerber, dass sie bei einem Englisch-Test 30 Punkte mehr brauchen oder zwei Jahre mehr Berufserfahrung, um diesen Bewertungsnachteil wettzumachen.

Werden Bewerber aus Zufall abgelehnt? WiWo 21.1.13

[Quelle/Source (Link): think.work.different — Das Weblog für authentisches und integrales Business]