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Immer mehr Radiostationen entdecken das Crowdcasting für sich

Radiostationen, die viel Musik spielen, haben es heute nicht leicht. Denn jeder Musikhörer, egal ob in der UBahn, Auto oder beim Joggen, kann die Songs via iPod, iPhone & Co. abspielen, die ihm am besten gefallen. Also warum sollte man eigentlich noch Radio hören? Das Radio der Zukunft ist deshalb mehr eine Community, als eine eine “Musikanstalt”. Und entscheidend bei jeder Community ist, dass man die Mitglieder aktiv einbindet. So hat ein lokaler Radiosender im US-Städtchen Ft. Wayne die Hörer via Internet abstimmen lassen, welche Musik in den nächsten Stunden gespielt werden soll. Das Ergebnis: Innerhalb eines Jahres wurde dieser Sender der Nr. Sender in der Region. Denn solche Mitmachaktionen sind meistens auch perfekte Viral-Tools.

Der Radiosender 97x in Tampa (Florida) geht noch einen Schritt weiter. Er bietet einen App ab, so dass auch alle Mobilgerätenutzer sehr einfach mitbestimmen können, welche Musik in diesem Sender gespielt werden soll. Der Erfolg dieser Aktion hat sich gleich zu Beginn eingestellt. In den ersten vier Stunden nach Anlauf der Aktion konnten schon 31.000 Stimmabgaben gezählt werden und das bei durchschnittlich 300.000 Zuhörern. In solchen Fällen stellt sich die Frage, ob es überhaupt noch Musikredakteure braucht. Die Antwort kann man nur bejahen. Denn die Musikredakteure sind für die Vorauswahl verantwortlich und auch für das Communitymanagement.

Das Ergebnis solcher Aktionen ist, dass mehr unterschiedliche Musiksongs bei 97x als bei vergleichbaren Radiosendern gespielt werden. Während bei anderen Sendern die Playlist ca. 100 Songs umfasst, sind es bei 97x von Beginn an 250 Songs gewesen. Insgesamt standen schnell nach Beginn der Aktion 1.800 Songs zur Auswahl. Und die Liste wird immer größer, weil auch die Zuhörer neue Vorschläge einreichen dürfen. Dafür braucht es dann auch wieder die Musikredakteure, um die Vorschläge zu prüfen und zu entscheiden, was in die Endauswahl kommt. Letztlich sind Crowdsourcing-Modelle immer anfällig dafür, dass eine Splittergruppe die “Herrschaft” übernimmt.

Gut an diesem beschriebenen Service ist, dass es mit LDR Radio einen Serviceprovider gibt, der die gesamte Plattform im White Label Verfahren zur Verfügung stellt und der auch weitere Services anbietet. So können sich die Musiksender auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und LDR hat ein einträgliches Geschäftsmodell gefunden, das in Zukunft sicherlich gute Erträge erzielen wird. Und wo gute Gewinne zu erzielen sind, ist die Konkurrenz nicht weit. Jelli bietet einen ähnlichen Service wie LDR an, allerdings nicht White Label Stil sondern im Jelli-Branding. Mehr als 70 Radiostationen konnte so schon unter Vertrag genommen werden. Das hat wohl auch die VC´s überzeugt, die in einer Fundingrunde mehr als 9 Mio USD Jelli zur Verfügung gestellt haben.

Gefunden bei Techcrunch

[Quelle/Source (Link): www.best-practice-business.de/blog]